Baby – der Film

“Baby” ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2002. Es war das Regiedebüt des 1967 in München geborenen Philipp Stölzls, der sich zuvor bereits einen Namen als Regisseur von namhaften Musik-Clips machen konnte. Stölzl ist auch der Regisseur, der 2008 “Nordwand” mit Benno Fürmann und Johanna Wokalek drehte. Bei der späten Kinopremiere von “Baby”, die erst 2004 stattfand, waren viele Zuschauer irritiert.

Die Protagonisten in Holland fragen, ob man denn statt mit holländischen Gulden mit der D-Mark zahlen könne. Nur gab es 2004 bereits den Euro. Von Kritikern, die den Film nicht wirklich recherchierten, wurde das dem Regisseur gar als Schwäche ausgelegt. Dabei war es nie von Stölzl geplant, das Drama und Spielfilmdebüt “Baby” in den deutschen Kinos zu präsentieren. Zu diesem Schritt sah sich der Regisseur erst Jahre später veranlasst, nachdem “Baby” auf zahlreichen Filmfestivals große Erfolge feiern konnte.

baby-filmposterPaul und Frank, zwei vom Schicksal gezeichnete Männer, arrangieren sich und ihr Leben

Paul (Lars Rudolph) und Frank (Filip Peeters) sind zwei Freunde, die sich schon ewig zu kennen scheinen. Die beiden und ihre Familien unternehmen viel miteinander. So kommt es, dass bei einem tragischen Verkehrsunfall bei einem Urlaub in den Niederlanden beide Ehefrauen gleichzeitig ums Leben kommen. Das schweißt die beiden Freunde nur noch mehr zusammen. Von da an leben sie gemeinsam in einem beinahe schon eheähnlichen Verhältnis und ziehen Lilli (Alice Dwyer), die Tochter von Frank, groß.

Seit dem tragischen Unfall in Holland hat sich das Leben der beiden Männer jedoch eher schlecht als recht entwickelt. Sie arbeiten in einer Striptease-Bar und ziehen auch schon mal gemeinsam einen Bruch durch. Jahre nach dem Unfall ist es mal wieder an der Zeit, so einen Einbruch zu starten. Dummerweise werden die beiden Einbrecher von einem Wachmann in dem Discountmarkt gestellt. Zwischen Frank und dem Wächter kommt es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung, bei der Frank den Wachmann versehentlich mit dessen Waffe erschießt.

Lilli wird schwanger

Zu allem Überfluss kommt seine inzwischen 15 Jahre alte Tochter eines Tages mit ihrem neuen Freund nach Hause. Dass Tommy (Hamid Bundu) schwarzer Hautfarbe hat, kann Frank überhaupt nicht ab und wirft ihn kurz entschlossen aus der Wohnung. Die Kettenreaktion, die dieses Verhalten auslösen wird, ist für Frank nicht abzusehen. Denn das geht Lilli völlig gegen den Strich, und sie beschließt, sich an ihrem Vater zu rächen. Sie verführt dafür ihren zweiten Ziehvater und besten Freund ihres Vaters – Paul. Natürlich schläft sie auch mit ihm.

Allerdings scheint dieser Schuss nach hinten los zu gehen, denn Lilli wird schwanger. Vorsichtshalber macht sie einen Schwangerschaftstest, der tatsächlich positiv ist. Völlig durcheinander wirft sie den positiven Test einfach in den Müll, wo ihn aber ihr Vater entdeckt. Der wiederum ist der festen Überzeugung, Tommy muss der Vater sein. Er stellt den Jungen und in einer Affekthandlung erschießt er ihn. Dafür muss Frank ins Gefängnis. Lilli und Paul flüchten unterdessen vor der Vergangenheit – ausgerechnet nach Holland führt sie ihr Weg dabei.

Regisseur Philipp Stölzl – ein wahres Multitalent

Doch langsam kommt Frank hinter die Wahrheit und beschließt erfolgreich, aus dem Gefängnis auszubrechen, und die beiden in Holland zu stellen. Wenn Spielfilm-Regisseure ihr Metier für ein Musikvideo oder Musikvideofilmer das ihre für einen Spielfilm verlassen, ist ein solches Vorhaben oft von Misserfolg gekrönt. Nicht so bei Philipp Stölzl. “Baby” war auf sämtlichen Filmfesten, wo das Drama aufgeführt wurde, ein voller Erfolg.

Dementsprechend gab es nach der späteren Kinopremiere sehr viel Lob von den Kritikern. Stölzl kommt bei “Baby” wohl seine Vorliebe für sämtliche Details zugute. Die hatte er bereits erfolgreich zum Videoclip “Du hast” von Rammstein zum Besten gegeben. Nachdem er viele weitere Musikclips für Rammstein und Showgrößen wie Madonna oder den James-Bond-Titelsong “Die Welt ist nicht genug” abdrehte, wagte Stölzl den ausgesprochen gut gelungenen Sprung zum Spielfilm. Aber auch als Werbefilmer für Unternehmen wie Rolex, Sony oder BMW konnte das Multitalent Philipp Stölzl punkten.

Besetzung

Alice Dwyer: Lilli
Lars Rudolph: Paul
Filip Peeters: Frank
Christian Grashof: als er selbst
Hamid Bundu: Tommy
Irina Platon: Lana
Lorenz Claussen: Chef Monte Carlo